Temperaturüberwachung auswählen: Papierliste, Datenlogger, WLAN-Sensor oder Funk mit Mobilfunk.
Ob Kühlschrank im Restaurant, Impfstoffkühlschrank in der Praxis, Kühlraum, Serverraum, Depot oder Tiefkühler zu Hause: Temperatur lässt sich auf sehr unterschiedliche Arten überwachen. Dieser Ratgeber vergleicht fünf Arten, ohne Marken zu nennen. Er zeigt, was sie typischerweise können, wo ihre Grenzen liegen und was Behörden je nach Branche von Messgeräten erwarten. Welche Anforderungen für Sie gelten, hängt von Branche und Land ab. Massgeblich ist die zuständige Behörde.
- Papierliste: Eine Abweichung fällt erst beim nächsten Ablesen auf. Ein Min-Max-Thermometer zeigt Extremwerte, aber nicht, wann und wie lange.
- Datenlogger: Zeichnet alle Werte im eingestellten Intervall auf. Den Verlauf sehen Sie typischerweise erst beim Auslesen.
- WLAN-Sensor: Meldet aus der Ferne, solange WLAN, Router und Internet laufen.
- Funk mit Mobilfunk: Meldet aus der Ferne ohne WLAN vor Ort, braucht aber Mobilfunkempfang am Gateway.
- Keine Art kühlt und keine misst die Kerntemperatur eines Produkts, solange kein Fühler im Produkt oder in einem Puffer steckt.
- Behörden: Je nach Branche werden zum Beispiel tägliche Kontrollen, registrierende Thermometer, Alarme oder Kalibrierzertifikate erwartet.
Für wen dieser Ratgeber ist
- Restaurants, Hotels, Metzgereien und Gemeinschaftsküchen mit Kühl- und Tiefkühlgeräten
- Apotheken und Arztpraxen mit Arzneimittel- oder Impfstoffkühlschrank
- Logistik und Lager mit Kühlraum oder Tiefkühllager
- Betreiberinnen und Betreiber von Serverräumen und Technikräumen
- Museen, Archive und Sammlungen
- Privatpersonen mit Tiefkühler, Weinkeller oder Ferienhaus
Die fünf Arten im Überblick
Die folgenden Beschreibungen sind allgemein. Einzelne Geräte können mehr oder weniger können. Prüfen Sie deshalb immer die Angaben des jeweiligen Anbieters.
1. Thermometer und Papierliste
Eine Person liest ein Thermometer ab und trägt Wert, Datum, Uhrzeit und Kürzel in eine Liste ein. Ein Min-Max-Thermometer zeigt zusätzlich den tiefsten und den höchsten Wert seit dem letzten Zurücksetzen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC weist darauf hin, dass ein Min-Max-Thermometer nur den kältesten und den wärmsten Wert zeigt, nicht aber, wann und wie lange ein Wert ausserhalb des Bereichs lag. Wer die Liste führt, braucht keine Technik und keinen Strom, merkt eine Abweichung aber erst beim nächsten Ablesen.
2. Datenlogger zum Auslesen
Ein Datenlogger misst in einem eingestellten Intervall und speichert die Werte im Gerät. Ausgelesen wird typischerweise über USB und Software am Computer, je nach Gerät auch über eine Anzeige am Logger. Laut CDC liefert ein digitaler Datenlogger Angaben zu allen Temperaturen, die im eingestellten Intervall aufgezeichnet wurden, und damit auch dazu, wie lange ein Gerät ausserhalb des Bereichs lag. Manche Logger haben einen lokalen Alarm mit Ton oder Licht. Aus der Ferne meldet ein reiner Datenlogger typischerweise nichts. Laut ICOM Schweiz sind die meisten dieser Geräte batteriebetrieben.
3. WLAN-Sensoren mit App oder Webportal
Der Sensor schickt seine Werte über das WLAN vor Ort und das Internet an einen Server. Dort sehen Sie den Verlauf in einer App oder im Browser. Verlässt ein Wert die Grenze, kommt je nach Anbieter eine Meldung per App, E-Mail oder SMS, auch an mehrere Personen. Dafür braucht es WLAN-Empfang am Messort, einen laufenden Router und eine Internetverbindung. Fällt der Strom aus, fällt typischerweise auch der Router aus, sofern er nicht an einer Notstromversorgung hängt. Ob ein Sensor Messwerte zwischenspeichert und später nachliefert, ist je nach Gerät verschieden.
4. Funksensoren mit Gateway und eigener Mobilfunkverbindung
Die Sensoren funken ihre Werte an ein Gateway vor Ort. Das Gateway schickt sie über eine eigene Mobilfunkverbindung an einen Server. Ein WLAN oder ein Zugang zum Firmennetz ist dafür nicht nötig. Meldungen gehen je nach Anbieter per App, E-Mail oder SMS an mehrere Personen. Die Grenzen dieser Art: Am Ort des Gateways braucht es Mobilfunkempfang, und das Gateway braucht Strom. Wie lange es bei einem Stromausfall weiterläuft und ob die Sensoren Messwerte zwischenspeichern, ist je nach Anbieter verschieden. Frigo gehört zu dieser Art.
5. Gebäudeleittechnik und Alarme am Kühlstellenregler
Kühlräume, Kühlmöbel und Klimaanlagen haben je nach Anlage eine eigene Steuerung mit Temperaturanzeige. Je nach Anlage gibt sie bei einer Störung einen Alarm am Gerät aus oder meldet ihn an eine Gebäudeleittechnik, die Haustechnik oder eine Servicefirma. In einem Praxisbeispiel von ICOM Schweiz alarmiert das Gebäudeleitsystem das Facility Management bei zu grossen Abweichungen per E-Mail. ICOM Schweiz unterscheidet für Museen aber zwischen Messungen zur Steuerung einer Anlage und der Überwachung mit Blick auf die Objekte: Die Messungen ergänzen einander, können einander laut ICOM Schweiz aber nicht unmittelbar ersetzen.
Vergleich: wer eine Abweichung bemerkt
| Art | Wer bemerkt eine Abweichung und wann | Mehrere Personen alarmieren | Verlauf und Aufzeichnung |
|---|---|---|---|
| Thermometer und Papierliste | Wer abliest, beim nächsten Ablesen | Nein, nur wer vor Ort ist | Handschriftliche Liste der abgelesenen Werte |
| Datenlogger | Wer vor Ort ist, falls das Gerät einen lokalen Alarm hat, sonst erst beim Auslesen | Typischerweise nicht aus der Ferne | Alle Werte im eingestellten Intervall, sichtbar nach dem Auslesen |
| WLAN-Sensor | Die benannten Personen, sobald der Wert über WLAN und Internet ankommt | Je nach Anbieter ja, per App, E-Mail oder SMS | Verlauf in App oder Webportal, Export je nach Anbieter |
| Funk mit Mobilfunk-Gateway | Die benannten Personen, sobald der Wert über das Gateway ankommt | Je nach Anbieter ja, per App, E-Mail oder SMS | Verlauf in App oder Webportal, Bericht je nach Anbieter |
| Gebäudeleittechnik, Kühlstellenregler | Je nach Anlage: Anzeige am Gerät, lokaler Alarm oder Meldung an Haustechnik oder Servicefirma | Je nach Anlage und Aufschaltung | Je nach Anlage. Laut ICOM Schweiz werden Steuerungsdaten häufig nur begrenzt archiviert. |
Vergleich: wenn WLAN, Strom oder Gerät ausfallen
| Art | WLAN oder Internet fällt aus | Stromausfall | Gerät sendet oder misst nicht mehr |
|---|---|---|---|
| Thermometer und Papierliste | Betrifft sie nicht | Das Thermometer zeigt typischerweise weiter an, aber niemand erfährt davon, bis jemand abliest | Fällt erst beim Ablesen auf |
| Datenlogger | Betrifft ihn nicht | Meist batteriebetrieben, zeichnet weiter auf | Fällt beim Auslesen oder an der Anzeige auf. Die CDC empfiehlt für Impfstoff-Logger eine Anzeige für schwache Batterie. |
| WLAN-Sensor | Keine Meldungen, solange die Verbindung fehlt. Ob Werte nachgeliefert werden, ist je nach Gerät verschieden. | Ohne Notstrom fällt typischerweise der Router aus, damit auch die Meldungen | Je nach Anbieter kommt eine Meldung, wenn ein Sensor schweigt |
| Funk mit Mobilfunk-Gateway | Betrifft es nicht. Nötig ist Mobilfunkempfang am Gateway. | Je nach Gateway läuft eine eingebaute Batterie für begrenzte Zeit weiter | Je nach Anbieter kommt eine Meldung, wenn Sensor oder Gateway schweigt |
| Gebäudeleittechnik, Kühlstellenregler | Je nach Anlage | Je nach Notstromversorgung des Gebäudes | Je nach Anlage |
Vergleich: Aufwand im Alltag
| Art | Ablesen und Dokumentieren | Installation |
|---|---|---|
| Thermometer und Papierliste | Bei jeder Kontrolle ablesen, eintragen, abzeichnen und die Listen aufbewahren | Thermometer an eine aussagekräftige Stelle legen oder hängen |
| Datenlogger | Regelmässig auslesen, Dateien ablegen und auswerten | Gering, je nach Gerät mit Software zum Auslesen |
| WLAN-Sensor | Werte kommen automatisch. Grenzen und Empfänger müssen gepflegt werden. | WLAN-Empfang am Messort und Zugangsdaten nötig, im Betrieb je nach Fall Abstimmung mit der IT |
| Funk mit Mobilfunk-Gateway | Werte kommen automatisch. Grenzen und Empfänger müssen gepflegt werden. | Sensoren platzieren, Gateway mit Strom versorgen, Mobilfunkempfang am Gateway nötig |
| Gebäudeleittechnik, Kühlstellenregler | Je nach Anlage, etwa über Haustechnik oder Servicefirma | Planung mit einer Fachfirma, je nach Gebäude |
Was keine dieser Arten tut
- Keine kühlt. Überwachung meldet eine Abweichung, sie behebt sie nicht. Reagieren muss ein Mensch.
- Gemessen wird am Ort des Fühlers. Laut CDC messen übliche Thermometer typischerweise die Lufttemperatur. Ein Fühler in einem Puffer, etwa in Glykol oder Glasperlen, bildet laut CDC die Temperatur von Impfstoffen genauer ab. Die Kerntemperatur eines Lebensmittels misst nur ein Fühler im Lebensmittel.
- Keine ersetzt Eigenkontrollen oder amtliche Kontrollen. Was zu dokumentieren ist, ergibt sich aus Ihrem Konzept und den Vorgaben Ihrer Branche.
Würden Sie es merken, wenn der Kühlraum am Samstagabend wärmer wird?
Setup anfordern →Was Behörden je nach Branche erwarten
Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Erwartungen an Messgeräte sind. Sie gelten jeweils nur für die genannte Branche und das genannte Land. Prüfen Sie, welche Vorgaben für Ihren Betrieb gelten. Im Zweifel entscheidet die zuständige Behörde.
| Branche, Land, Stelle | Was dort zur Überwachung steht |
|---|---|
| Impfstoffe in der Arztpraxis (DE, STIKO beim RKI) | Lagertemperatur regelmässig prüfen, am besten morgens und abends, mindestens einmal täglich. Geeignet sind ein digitales Thermometer mit Minimal- und Maximalanzeige oder ein Thermometer-Datenlogger, der fortlaufend misst. Nicht verwendet werden sollen Alkohol- oder Quecksilberthermometer, Bimetall- oder Infrarotthermometer. Ergebnisse täglich dokumentieren. |
| Impfstoffe (US, CDC) | Ein digitaler Datenlogger in jedem Lagergerät, empfohlen unter anderem mit Fühler in einem Puffer, Alarm bei Werten ausserhalb des Bereichs, Anzeige für schwache Batterie, Anzeige von aktuellem, minimalem und maximalem Wert und einem Messintervall von höchstens 30 Minuten. Jedes Gerät soll ein gültiges Kalibrierzertifikat haben. Zu Beginn jedes Arbeitstags Minimal- und Maximalwert prüfen und notieren. Mindestens ein Ersatzgerät bereithalten. |
| Arzneimittel-Kühlschränke (CH, Kanton Basel-Landschaft) | Lagerung, Temperaturabweichungen und die Massnahmen dazu dokumentieren. Kalibrierzertifikate der Thermometer oder Sonden ablegen und bei der Inspektion vorweisen. |
| Grosshandel mit Humanarzneimitteln (EU, GDP-Leitlinien) | Vor Inbetriebnahme eine Temperaturverteilungsstudie. Überwachungsgeräte vor allem dort, wo die grössten Schwankungen auftreten. Geräte regelmässig kalibrieren, auf Basis einer nationalen oder internationalen Messnorm. Alarmsysteme sollen Abweichungen von den festgelegten Lagerbedingungen melden. |
| Tiefgekühlte Lebensmittel (DE, TLMV) | Die Lufttemperatur in Einlagerungs- und Lagereinrichtungen während des Betriebs so häufig und regelmässig messen und aufzeichnen, dass der Temperaturverlauf nachvollziehbar ist. Für kleine Tiefkühleinrichtungen im Einzelhandel mit Reservevorräten genügt mindestens ein gut sichtbares Thermometer. |
| Grossküchen und Gemeinschaftsverpflegung (AT, Hygiene-Leitlinie) | Temperaturkontrollen der Kühl- und Tiefkühleinrichtungen täglich, mit Aufzeichnungen. Sollbereiche je Einrichtung angeben. Registrierende Thermometer verwenden und regelmässig auf ihre Funktion prüfen. |
| Museen (CH, ICOM Schweiz) | Datenlogger als Einzelgeräte oder im Netzwerk, das sich in Echtzeit aus der Ferne auslesen lässt. Netzwerkgebundene Geräte nur, wenn eine rasche Intervention bei Netzwerkstörungen dauerhaft sichergestellt ist. Eine automatische lokale Sicherung der Messdaten ist sinnvoll. Die Kalibrierung von Feuchtesensoren jährlich prüfen. |
Mehr zu einzelnen Branchen finden Sie in den Ratgebern zum HACCP-Temperaturprotokoll, zur Impfstofflagerung in der Praxis, zum Medikamentenkühlschrank, zur Kühlraumüberwachung, zum Serverraum und zum Museumsklima.
Was zu wem passt
- Thermometer und Papierliste passen, wo jeden Tag jemand vor Ort ist, abliest und reagieren kann, und wo die Vorgaben Ihrer Branche nur das Ablesen und Notieren verlangen. Für viele Privathaushalte reicht ein Thermometer im Kühlschrank.
- Ein Datenlogger passt, wo der Verlauf zählt, aber kein sofortiger Alarm aus der Ferne nötig ist, etwa auf einem Transport, für einen Nachweis im Nachhinein oder als zweite, unabhängige Messung.
- Ein WLAN-Sensor passt, wo am Messort zuverlässiges WLAN vorhanden ist und Sie Meldungen aus der Ferne möchten, etwa zu Hause oder in einem kleinen Büro.
- Funksensoren mit Mobilfunk-Gateway passen, wo nachts und am Wochenende niemand vor Ort ist, wo es kein WLAN gibt oder die IT keine Geräte im Firmennetz möchte, und wo mehrere Personen informiert werden sollen.
- Gebäudeleittechnik und Regleralarme nutzen Sie, wo sie vorhanden sind. Klären Sie, wer den Alarm ausserhalb der Arbeitszeit erhält und ob die Daten für Ihre Dokumentation reichen.
Die Arten schliessen sich nicht aus. Die CDC empfiehlt zum Beispiel, mindestens ein Ersatzgerät bereitzuhalten, falls das Hauptgerät ausfällt oder zur Kalibrierung muss. Was bei einem Stromausfall im Tiefkühler zu tun ist, steht im Ratgeber Tiefkühler und Stromausfall.
Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
- Über welche Kanäle kommt ein Alarm: App, E-Mail, SMS oder Anruf?
- Wer erhält Alarme, und wie viele Personen lassen sich benennen, auch für Nacht und Wochenende?
- Was passiert bei einem Stromausfall? Läuft das Gerät weiter, wie lange, und kommt eine Meldung?
- Was passiert, wenn WLAN, Internet oder Mobilfunk ausfallen? Speichern die Sensoren Messwerte zwischen?
- Meldet das System, wenn ein Sensor oder das Gateway keine Daten mehr sendet?
- Wie lange hält die Batterie, wer wechselt sie, und werden Sie vorher informiert?
- Wie kommen Sie an Ihre Daten: Bericht als PDF, Export als Tabelle, und wie lange bleiben sie gespeichert?
- Gibt es ein Kalibrierzertifikat, falls Ihre Branche eines verlangt, und wie oft wird kalibriert?
- Misst der Sensor die Luft oder gibt es einen Fühler für das Produkt oder einen Puffer?
- Wo werden die Daten gespeichert?
Wo Frigo einzuordnen ist
Frigo gehört zur vierten Art: Funksensoren mit einer Verbindungseinheit, die eine eigene Mobilfunkverbindung hat. Die Sensoren werden aufgeklebt, ohne Bohren und ohne Kabel. Sie messen Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit am Ort des Sensors, nicht die Kerntemperatur eines Produkts. Eine Verbindungseinheit pro Standort kommt in die Steckdose, ein WLAN ist nicht nötig.
Sie legen pro Sensor eine obere und eine untere Grenze fest. Verlässt ein Wert diesen Bereich, meldet sich Frigo per App und E-Mail bei allen Personen, die Sie benannt haben, SMS ist als Zusatzoption möglich. Jede Abweichung landet mit Beginn, Ende und Dauer in einem fortlaufenden, zeitgestempelten Protokoll. Alarme lassen sich kommentieren und quittieren. Als Bericht gibt es ein PDF mit Grenzen und Abweichungen. Sendet ein Sensor oder die Verbindungseinheit keine Daten mehr, meldet Frigo das an die benannten Personen.
Die Grenzen: Die Sensoren laufen mit eigener Batterie und speichern keine Messwerte. Frigo ersetzt einen Sensor, bevor seine Batterie leer ist, und informiert Sie vorher. Die Verbindungseinheit braucht Mobilfunkempfang am Standort. Fällt der Strom aus, läuft die Verbindungseinheit mit ihrer eingebauten Batterie rund vier Stunden weiter. In dieser Zeit misst Frigo weiter und meldet, wenn ein Wert Ihre Grenze verlässt, sofern das Mobilfunknetz verfügbar ist. Ist die Batterie leer, meldet Frigo, dass die Verbindungseinheit keine Daten mehr sendet. Die Sensoren speichern keine Messwerte, für diese Zeit fehlen deshalb Daten. Neue Messwerte kommen, sobald die Verbindungseinheit wieder Strom hat. Wer, wie ICOM Schweiz für Museen, eine automatische lokale Sicherung der Messdaten erwartet, sollte das berücksichtigen, etwa mit einem zusätzlichen Datenlogger.
Frigo kühlt nicht. Es ersetzt weder Eigenkontrollen noch amtliche Kontrollen. Verlangt Ihre Branche ein Kalibrierzertifikat oder eine bestimmte Messgenauigkeit, fragen Sie bitte vor dem Einsatz direkt bei uns nach, wie bei jedem anderen Anbieter auch. Antworten auf weitere Fragen finden Sie unter Häufige Fragen.
Häufige Fragen
Reicht eine Papierliste zur Temperaturkontrolle?
Das hängt von Ihrer Branche und Ihrem Land ab. Die österreichische Hygiene-Leitlinie für Grossküchen verlangt zum Beispiel tägliche Kontrollen mit Aufzeichnungen und registrierende Thermometer. Für kleine Tiefkühleinrichtungen im Einzelhandel mit Reservevorräten genügt in Deutschland laut TLMV mindestens ein gut sichtbares Thermometer. Eine Papierliste zeigt eine Abweichung erst beim nächsten Ablesen. Massgeblich ist die zuständige Behörde.
Was ist der Unterschied zwischen Min-Max-Thermometer und Datenlogger?
Ein Min-Max-Thermometer zeigt den tiefsten und den höchsten Wert seit dem letzten Zurücksetzen. Laut CDC zeigt es nicht, wann und wie lange ein Wert ausserhalb des Bereichs lag. Ein Datenlogger speichert alle Werte im eingestellten Intervall. Daraus lässt sich ablesen, wann eine Abweichung begann und wie lange sie dauerte.
Was passiert mit einem WLAN-Sensor, wenn Strom oder Internet ausfallen?
Solange WLAN, Router oder Internet fehlen, kommen typischerweise keine Meldungen an. Bei einem Stromausfall fällt typischerweise auch der Router aus, sofern er nicht an einer Notstromversorgung hängt. Ob der Sensor Messwerte zwischenspeichert und später nachliefert, ist je nach Gerät verschieden. Fragen Sie den Anbieter danach.
Brauche ich ein Kalibrierzertifikat?
Das hängt von Ihrer Branche ab. Die CDC erwartet für Impfstoff-Messgeräte in den USA ein gültiges Kalibrierzertifikat. Der Kanton Basel-Landschaft verlangt, dass Kalibrierzertifikate der Thermometer oder Sonden von Arzneimittel-Kühlschränken bei der Inspektion vorliegen. Die GDP-Leitlinien der EU verlangen für den Arzneimittelgrosshandel eine regelmässige Kalibrierung. Fragen Sie jeden Anbieter direkt, ob er ein Zertifikat liefert.
Misst ein Temperatursensor die Temperatur der Ware?
Nicht automatisch. Ein Sensor misst am Ort seines Fühlers, meist die Luft. Laut CDC bildet ein Fühler in einem Puffer, etwa in Glykol oder Glasperlen, die Temperatur von Impfstoffen genauer ab als ein Thermometer, das die Luft misst. Die Kerntemperatur eines Lebensmittels misst nur ein Fühler im Lebensmittel.
Meldet ein Überwachungssystem, wenn ein Sensor ausfällt?
Je nach Art und Anbieter. Bei Thermometer und Datenlogger fällt ein Ausfall typischerweise erst beim Ablesen oder Auslesen auf. Systeme mit Fernmeldung können melden, wenn ein Sensor keine Daten mehr sendet, aber nicht alle tun das. Fragen Sie den Anbieter danach.
Funktioniert Frigo bei einem Stromausfall?
Ja, für eine begrenzte Zeit. Die Verbindungseinheit hat eine eingebaute Batterie und läuft bei einem Stromausfall rund vier Stunden weiter. In dieser Zeit misst Frigo weiter und meldet, wenn ein Wert Ihre Grenze verlässt, sofern das Mobilfunknetz verfügbar ist. Ist die Batterie leer, meldet Frigo, dass die Verbindungseinheit keine Daten mehr sendet. Die Sensoren speichern keine Messwerte, für diese Zeit fehlen deshalb Daten. Neue Messwerte kommen, sobald die Verbindungseinheit wieder Strom hat.
Quellen
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Vaccine Storage and Handling Toolkit, Abschnitt Temperature Monitoring Devices (Juli 2026, USA, auf Englisch)
- Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim RKI 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Kapitel 4.4 Impfmanagement (22.1.2026, Deutschland)
- Kanton Basel-Landschaft, Abteilung Heilmittel: Merkblatt Qualifizierung von Arzneimittel-Kühlschränken (Version 01, März 2024, Schweiz)
- Europäische Kommission: Leitlinien für die gute Vertriebspraxis von Humanarzneimitteln, 2013/C 343/01, Abschnitte 3.2.1 und 3.3 (23.11.2013, EU)
- Bundesministerium der Justiz: Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel (TLMV), § 2a (Deutschland)
- Hygiene-Leitlinie für Grossküchen, Küchen des Gesundheitswesens und vergleichbare Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, Kapitel 6 (GZ 2025-0.879.838 vom 4.12.2025, Österreich)
- ICOM Schweiz: Empfehlungen zum Raumklimamonitoring in Museen, Kapitel 4 und 5 (12.12.2024, Schweiz)
Wie Frigo im Detail funktioniert
Sensoren, Verbindungseinheit, Alarme und Protokoll: Sehen Sie, wie Frigo aufgebaut ist und was es bei einem Ausfall tut.
So funktioniert Frigo →Dieser Beitrag ist eine Orientierung und keine Rechts- oder Fachberatung. Er nennt keine bestimmten Produkte und beschreibt typische Eigenschaften der einzelnen Arten, die je nach Gerät abweichen können. Die Anforderungen unterscheiden sich nach Branche und Land, massgeblich ist die zuständige Behörde. Frigo misst Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit am Ort des Sensors, kühlt nicht und ersetzt weder Eigenkontrollen noch amtliche Kontrollen. Alarme setzen eine funktionierende Verbindung voraus. Bei einem Stromausfall läuft die Verbindungseinheit mit eingebauter Batterie rund vier Stunden weiter, danach meldet Frigo, dass die Verbindungseinheit keine Daten mehr sendet. Stand der Quellen: Oktober 2026.