Museen · Ratgeber

Klima im Museum und Depot: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht im Blick behalten.

Von Frigo · Stand: Oktober 2026

Holz, Papier, Textilien und Leinwand reagieren auf Feuchte und Temperatur, lichtempfindliche Objekte auf jede Stunde Licht. Dieser Ratgeber zeigt, welche Richtwerte internationale Leitlinien und Museumsverbände nennen, wo die Kontrolle von Hand an Grenzen stösst und was eine laufende Messung ergänzt. Wählen Sie Ihr Land, dann sehen Sie zusätzlich, was die Museumsverbände dort empfehlen.

Kurz gesagt
  • Stabilität zählt: Mechanische Schäden an organischen Materialien entstehen vor allem durch Änderungen der Feuchte. Langsame, saisonale Änderungen gelten als weniger riskant als rasche Sprünge.
  • Richtwerte: Das Bizot Green Protocol nennt für viele Objekte mit hygroskopischen Materialien stabile 40–60 % relative Feuchte und 16–25 °C, mit höchstens ±10 % Feuchteschwankung in 24 Stunden. Empfindliche Objekte brauchen engere Werte.
  • Licht: Für sehr lichtempfindliche Objekte nennen Fachstellen höchstens 50 Lux. Entscheidend ist die Summe aus Beleuchtungsstärke und Zeit.
  • Deutschland: Der Deutsche Museumsbund empfiehlt seit 2022 einen Klimakorridor mit 40–60 % relativer Feuchte und in Ausstellungen 18–26 °C, mit flachen Änderungen.
  • Österreich: Museumsbund Österreich, ÖRV und ARC haben sich dieser Empfehlung des Deutschen Museumsbunds angeschlossen.
  • Schweiz: ICOM Schweiz empfiehlt seit 2024 ein objektnahes Raumklimamonitoring und nennt einen Korridor von 40–60 % relativer Feuchte und 16–25 °C.
  • Überall gleich: Die Werte sind Empfehlungen, keine Gesetze. Was für Ihre Objekte gilt, beurteilen Restauratorinnen und Restauratoren, bei Leihgaben auch der Leihvertrag.

Für wen dieser Ratgeber ist

  • kleine und mittlere Museen
  • Sammlungen, Archive und Bibliotheken
  • Galerien sowie Kirchen und Schlösser mit Ausstellungen
  • Verantwortliche für Depots, auch für Aussendepots

Die Werte in diesem Ratgeber sind Orientierung. Für einzelne Materialien, Objekte und Leihgaben gelten oft engere Vorgaben.

Warum Schwankungen oft mehr schaden als ein einzelner Wert

Holz, Papier, Pergament, Leder, Textilien und Leinwand sind hygroskopisch: Sie nehmen Feuchte aus der Luft auf und geben sie wieder ab, dabei quellen und schwinden sie. Das Canadian Conservation Institute (CCI) beschreibt mechanische Schäden als Folge solcher Feuchteänderungen. Können sich Teile eines Objekts nicht frei bewegen, werden sie beim Quellen gestaucht und können beim Schwinden reissen. Grosse Schwankungen richten mehr Schaden an als kleine, viele wiederholte Zyklen mehr als wenige.

Ein konstanter Wert ist aber nicht automatisch gut. Schimmel, Korrosion und chemischer Abbau hängen davon ab, wie hoch oder tief Feuchte und Temperatur dauerhaft liegen. Die Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg weist zudem darauf hin, dass die relative Feuchte steigt, wenn die Temperatur sinkt. Wer im Depot die Temperatur absenkt, sollte deshalb die Feuchte im Auge behalten.

Das CCI beschreibt ausserdem, dass ein Objekt, das eine bestimmte Schwankung schon erlebt hat, durch eine weitere gleich grosse kaum zusätzlichen mechanischen Schaden nehmen sollte, sofern es nicht aus anderen Gründen geschwächt ist. Auf diesem Gedanken baut auch die Norm EN 15757 auf.

Richtwerte: was internationale Leitlinien nennen

Im September 2014 haben das International Institute for Conservation (IIC) und das Konservierungskomitee des Internationalen Museumsrats (ICOM-CC) eine gemeinsame Erklärung zu Umweltrichtlinien verabschiedet. Danach soll die Pflege von Sammlungen keine Klimaanlage voraussetzen, und Vorgaben für Dauerausstellung und Depot sollen im lokalen Klima erreichbar sein. Im Anhang stehen bestehende Richtlinien. Die Erklärung hält fest, dass diese für internationale Leihausstellungen gedacht sind. Die Bizot-Gruppe hat ihre Leitlinie 2023 im aktualisierten Bizot Green Protocol inhaltlich gleich übernommen.

LeitlinieTemperaturRelative Feuchte
Bizot (Anhang 2014, Protocol 2023)stabil, 16–25 °Cstabil, 40–60 %, höchstens ±10 % in 24 Stunden innerhalb dieses Bereichs
AIC (USA, Anhang 2014)15–25 °CSollwert 45–55 % mit ±5 % Drift, über das Jahr 40–60 %, Schwankungen minimieren
AICCM (Australien, Anhang 2014)15–25 °C, ±4 °C in 24 Stunden45–55 %, ±5 % in 24 Stunden, saisonal allmählich bis 40–60 %

Diese Werte gelten nach den Texten für viele oder die meisten Objekte, nicht für alle. Laut Bizot brauchen empfindlichere Objekte je nach Material, Zustand und Geschichte eine engere Feuchteregelung. Für Leihgaben ist die Einschätzung einer Restauratorin oder eines Restaurators unerlässlich.

EN 15757: das bisherige Klima als Massstab

Die europäische Norm EN 15757:2010 enthält Festlegungen für Temperatur und relative Feuchte, um klimabedingte mechanische Schäden an organischen, hygroskopischen Materialien zu begrenzen. Sie ist bei DIN Media als gültig gelistet. Der Normtext ist kostenpflichtig, wir stützen uns daher auf eine wissenschaftliche Publikation, die das Verfahren beschreibt. Danach dient das Klima, an das sich ein Objekt über lange Zeit angepasst hat, als Bezugsgrösse. Aus den Messdaten wird der saisonale Verlauf als gleitender 30-Tage-Mittelwert bestimmt, kurzfristige Schwankungen um diesen Verlauf werden mit Grenzen verglichen, die aus den bisherigen Schwankungen abgeleitet sind. Die Publikation nennt dafür mindestens einen Messwert pro Stunde. Das Verfahren setzt also eine lange, möglichst lückenlose Messreihe voraus.

Licht: Beleuchtungsstärke und Jahresdosis

Lichtschäden summieren sich. Das CCI beschreibt die Belichtung als Produkt aus Beleuchtungsstärke in Lux und Zeit in Stunden, also in Luxstunden. 50 Lux wurde laut CCI vor rund 60 Jahren als Bezugswert für Museen gewählt, weil das Auge dabei Farben noch gut wahrnimmt. Es ist ein Wert für das Sehen, keine Grenze, unterhalb derer kein Schaden entsteht.

Die schottische Museumsorganisation Museums Galleries Scotland nennt folgende Höchstwerte. Sie rechnet mit 2184 Ausstellungsstunden pro Jahr, also sieben Stunden an sechs Tagen über 52 Wochen:

EmpfindlichkeitBeleuchtungsstärkePro Jahr
Sehr empfindlich, z. B. Textilien, Kostüme, Drucke, Aquarelle, Handschriftenhöchstens 50 Luxhöchstens 100 000 Luxstunden
Mässig empfindlich, z. B. Öl- und Temperagemälde, Holz, Möbel, Kunststoffehöchstens 200 Luxhöchstens 450 000 Luxstunden
Unempfindlich, z. B. Stein, Keramik, Metall, Glashöchstens 300 Luxkeine Angabe

Museums Galleries Scotland verweist auf die Empfehlung CIE 157:2004 der Internationalen Beleuchtungskommission als internationale Grundlage. Die Annahmen zu den Ausstellungsstunden unterscheiden sich je nach Quelle, das CCI rechnet in seinen Beispielen etwa mit 3000 Stunden pro Jahr. Massgeblich ist die Einschätzung für Ihre Objekte.

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Deutschland: Deutscher Museumsbund

Klimakorridor für Sammlungsgut (September 2022)

  • Ausstellungen: 18 °C (nach Arbeitsstättenrichtlinie) bis 26 °C, relative Feuchte 40–60 %. Bei länger geschlossenen Ausstellungen ohne ständigen Arbeitsplatz sind im Winter auch 15 °C möglich.
  • Depots: untere Grenze 15 °C, sofern die Arbeitsstättenrichtlinie nicht greift, obere Grenze und Feuchte wie in Ausstellungen.
  • Schwankungen: Richtwert ±5 % relative Feuchte und ±2 K innerhalb von 24 Stunden. Die Grenzwerte sollen nicht dauerhaft ausgereizt werden.
  • Monitoring: Änderungen an bestehenden Klimaparametern sollen mit hinreichendem Monitoring begleitet und ausgewertet werden.

Der Museumsbund hat die Empfehlung als Notfallmassnahme in der Energiekrise formuliert. Für einzelne Bestände können angepasste Bedingungen nötig sein, das beurteilen Fachleute.

Standards für Museen, Checkliste «Dauerhaft bewahren»

  • Mindeststandard: Relative Feuchte und Temperatur werden möglichst konstant gehalten, Temperaturen über 26 °C und unter 4 °C werden nicht erreicht. Die Feuchte wird beobachtet. Besonders lichtempfindliche Objekte sind benannt, ihre Beleuchtung ist in Zeit und Lichtmenge begrenzt.
  • Gehobener Standard: Temperatur und Feuchte werden in unmittelbarer Nähe klimaempfindlicher Objekte gemessen, aufgezeichnet, regelmässig ausgewertet und archiviert. Kunsttransporte werden mit Datenloggern überwacht. Der Lichtschutz wird mit Lux- und UV-Messgeräten oder Dosimetern kontrolliert.

Beides sind Empfehlungen und Qualitätskriterien des Verbands, keine gesetzlichen Pflichten.

Österreich: Museumsbund und Museumsgütesiegel

Was die Stellen sagen

  • Museumsbund Österreich, ÖRV und ARC: Der Museumsbund, der Berufsverband Österreichischer Restauratorinnen und Restauratoren (ÖRV) und das Austrian Registrars Committee (ARC) haben sich der Empfehlung des Deutschen Museumsbunds angeschlossen und empfehlen die Umsetzung im Museum und im Leihverkehr. Zusammengefasst nennen sie 15–26 °C und 40–60 % relative Feuchte, mit ±5 % Feuchte und ±2 K innerhalb von 24 Stunden.
  • Monitoring: Besonders wichtig ist ihnen, dass Änderungen an bestehenden Klimaparametern mit hinreichendem Monitoring begleitet und ausgewertet werden. Art und Ausmass der Umsetzung liegen beim einzelnen Museum.
  • Museumsgütesiegel: Der Kriterienkatalog (2021) nennt Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Licht unter den häufigsten Schadensursachen. Das Sammlungspflegekonzept soll konservatorische Massnahmen, Messungen und Kontrollen auflisten, das Sicherheitskonzept die Kontrolle von Licht, Luftfeuchte und Temperatur regeln. Konkrete Zahlenwerte nennt der Katalog nicht.

Schweiz: ICOM Schweiz und VMS

Empfehlungen für das Raumklimamonitoring (Dezember 2024)

  • Korridor: 40–60 % relative Feuchte und 16–25 °C im Jahreslauf, innerhalb von 24 Stunden höchstens 10 % Feuchte und 4 K Schwankung. Saisonale, gleitende Änderungen gelten als unbedenklich, der Korridor soll nicht in kurzen Abständen ausgereizt werden.
  • Messort: nahe den Objekten, nicht im Zu- oder Abluftstrom und nicht nahe Ein- und Ausgängen, möglichst ausserhalb der Reichweite der Besucherinnen und Besucher. In Vitrinen wird am Objekt gemessen. Eine Aussenmessung hilft bei der Auswertung.
  • Auswertung: Ein Log besonderer Ereignisse, etwa Wartungen, Veranstaltungen oder Schliessungstage, erleichtert die Deutung. Massnahmen sollen erst geplant werden, wenn mindestens ein Jahr mit zwei Saisonwechseln vergleichbare Daten vorliegt.
  • Technik: Feuchtesensoren sind nicht langzeitstabil, ihre Kalibrierung sollte jährlich überprüft werden. Vernetzte Geräte sollten nur eingesetzt werden, wenn bei Netzwerkstörungen rasch eingegriffen werden kann.
  • Leihverkehr: Die Klimadaten des Leihnehmers sollen Istwerte sein, keine Sollwerte, denselben Monatszeitraum wie die Leihanfrage abdecken und kurze Schwankungen zeigen, etwa mit Messwerten alle 10 Minuten.

Die Empfehlungen sind auf der Plattform Museumsklima von ICOM Schweiz und dem Verband der Museen der Schweiz (VMS) veröffentlicht. Sie sind fachliche Empfehlungen, keine Vorschriften.

Wo die Kontrolle von Hand Lücken lässt

  • Depot. Dort hält sich selten jemand lange auf. Klimaschäden bleiben laut der Landesstelle Baden-Württemberg zunächst oft unbemerkt, erste feine Risse sind mit blossem Auge nicht zu sehen.
  • Wochenende, Feiertage, Schliesstage. Fällt am Freitagabend eine Heizung oder ein Entfeuchter aus, sieht es ohne Meldung erst der nächste Kontrollgang.
  • Vitrinen. Das Klima in einer Vitrine kann vom Raum abweichen. ICOM Schweiz weist bei dichten Vitrinen auf mögliche erhöhte Schadstoffwerte hin und bei aktiv klimatisierten Vitrinen darauf, dass eine Gerätestörung das Vitrinenklima unkontrolliert verändern kann.
  • Leihgaben. Im Leihverkehr sind Istwerte gefragt, keine Sollwerte. Objekte aus einem deutlich anderen Klima, etwa einer unbeheizten Kirche, brauchen laut der Landesstelle Baden-Württemberg eine langsame Anpassung. Erkundigen Sie sich beim Leihgeber nach den bisherigen Bedingungen.
  • Einzelmessungen. Ein Handmessgerät zeigt einen Moment. Schwankungen innerhalb von 24 Stunden, nach denen sich die Richtwerte richten, sieht nur eine fortlaufende Aufzeichnung.

Was ein Sensor ergänzt

Ein Sensor misst rund um die Uhr Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Licht kann zusätzlich aktiviert werden, wo es sinnvoll ist. Jeder Wert landet mit Zeitstempel in einem fortlaufenden Protokoll. Für jeden Sensor legen Sie eine obere und eine untere Grenze fest. Verlässt ein Wert diesen Bereich, erhalten alle benannten Personen eine Meldung per App und E-Mail, auf Wunsch zusätzlich per SMS.

Pro Sensor entsteht automatisch ein monatlicher PDF-Report, die Daten lassen sich jederzeit exportieren. Frigo AI fasst jede Woche pro Sensor in klarer Sprache zusammen, was auffällig war, mit einem Schweregrad. Sendet ein Sensor oder die Verbindungseinheit keine Daten mehr, meldet Frigo das an die benannten Personen, so fallen Lücken in der Aufzeichnung sofort auf.

Die Sensoren sind kabellos und werden aufgeklebt, ohne Bohren und ohne Kabel. Die Installation dauert unter fünf Minuten pro Sensor, was in Kirchen, Schlössern und anderen historischen Gebäuden hilfreich sein kann. Pro Standort genügt in der Regel eine Verbindungseinheit an der Steckdose mit eigener Mobilfunkverbindung, ein WLAN ist nicht nötig. In grösseren Gebäuden können mehrere Einheiten nötig sein. Museum und Aussendepot lassen sich in einem Workspace führen. Ob ein Sensor auch in einer bestimmten Vitrine sinnvoll ist, hängt von Vitrine und Funkverbindung ab, das klären wir im Einzelfall.

Wichtig: Frigo misst die Luft am Ort des Sensors, nicht im Objekt. Es regelt weder Heizung noch Be- oder Entfeuchtung und ersetzt weder die Beurteilung durch Restauratorinnen und Restauratoren noch die Vorgaben eines Leihvertrags. Ob Messgenauigkeit und Kalibrierung für Ihren Zweck genügen, etwa für einen Facility Report, klären Sie bitte vor dem Einsatz mit uns.

Fällt der Strom aus, läuft die Verbindungseinheit mit ihrer eingebauten Batterie rund vier Stunden weiter und übermittelt Meldungen, sofern das Mobilfunknetz verfügbar ist. Ist die Batterie leer, meldet Frigo, dass die Verbindungseinheit keine Daten mehr sendet. Die Sensoren speichern keine Messwerte, für diese Zeit fehlen deshalb Daten. Neue Messwerte kommen, sobald die Verbindungseinheit wieder Strom hat.

Wie das System aufgebaut ist, steht unter Wie funktioniert Frigo?.

Vier Dinge, die Sie je Raum festlegen sollten

  1. den Bereich für Temperatur und relative Feuchte, abgestimmt mit Ihren Fachleuten und bei Leihgaben mit dem Leihvertrag
  2. den Messort: objektnah, nicht im Luftstrom von Heizung oder Lüftung und nicht direkt an Türen
  3. wer benachrichtigt wird, auch am Wochenende und an Schliesstagen
  4. wer vor Ort nachsieht, was dann zu tun ist und wo besondere Ereignisse notiert werden

Häufige Fragen

Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelten im Museum?

Einen gesetzlichen Einheitswert gibt es nicht. Das Bizot Green Protocol nennt für viele Objekte mit hygroskopischen Materialien stabile 40–60 % relative Feuchte und 16–25 °C, mit höchstens ±10 % Feuchteschwankung in 24 Stunden. Der Deutsche Museumsbund empfiehlt 40–60 % relative Feuchte und in Ausstellungen 18–26 °C, ICOM Schweiz 40–60 % und 16–25 °C. Für empfindliche Objekte gelten engere Werte.

Warum sind Schwankungen ein Problem?

Organische Materialien quellen und schwinden mit der Feuchte. Laut dem Canadian Conservation Institute entstehen mechanische Schäden wie Risse durch diese Änderungen, grössere und häufigere Schwankungen richten mehr Schaden an. Langsame, saisonale Änderungen innerhalb eines Korridors gelten nach ICOM Schweiz als unbedenklich.

Wie viel Licht vertragen lichtempfindliche Objekte?

Für sehr lichtempfindliche Objekte wie Textilien, Aquarelle, Drucke und Handschriften nennt Museums Galleries Scotland höchstens 50 Lux und 100 000 Luxstunden pro Jahr. Das Canadian Conservation Institute betont, dass sich die Belastung aus Beleuchtungsstärke mal Zeit ergibt und 50 Lux ein Wert für das Sehen ist, keine Schadensgrenze.

Was verlangt die Norm EN 15757?

Die Norm soll klimabedingte mechanische Schäden an organischen, hygroskopischen Materialien begrenzen. Laut einer Fachpublikation dient das Klima, an das sich Objekte über lange Zeit angepasst haben, als Bezugsgrösse. Saisonaler Verlauf und kurzfristige Schwankungen werden aus Messdaten mit mindestens einem Wert pro Stunde bestimmt. Den genauen Normtext erhalten Sie bei den Normungsorganisationen.

Wo sollte ein Messgerät im Raum hängen?

ICOM Schweiz empfiehlt Messorte nahe den Objekten, nicht im Zu- oder Abluftstrom und nicht in der Nähe von Ein- und Ausgängen, möglichst ausserhalb der Reichweite der Besucherinnen und Besucher. In Vitrinen soll am Objekt gemessen werden. Eine zusätzliche Aussenmessung hilft bei der Auswertung.

Ersetzt Frigo ein konservatorisches Klimamonitoring?

Nein, Frigo unterstützt es. Frigo misst die Luft am Ort des Sensors, protokolliert fortlaufend und meldet Abweichungen. Bewertung, Grenzwerte und Massnahmen bleiben Sache Ihrer Fachleute und der Leihverträge. Ob die Messgenauigkeit für Ihren Zweck genügt, klären Sie bitte vorab mit uns.

Quellen

Ihre Sammlung im Blick

Sehen Sie Abweichungen in Ausstellung, Vitrine und Depot, auch am Wochenende, und haben Sie den Verlauf automatisch dokumentiert.

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